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1. Die ,,Folgekrankheit" der Kulturrevolution

Source: tcmdiscovery.com  Time: 2009-11-02 05:48:33

1. Die ,,Folgekrankheit" der Kulturrevolution

 

Heute sind alle in China der Ansicht, dass die Kulturrevolution eine Katastrophe war. Sie traf alle Gebiete und Regionen Chinas, selbst Tibet entging ihr nicht, lm Jahr 1966 wurde die erste Dazibao (Wandzeitung mit groβen handgeschriebenen Schriftzeichen) in Tibet aufgeklebt. Kurz danach breite sich die Kulturrevolution rasch aus.

 

Die Kulturrevolution richtete sich selbstverstandlich vor atlem gegen die sogenannten feudalistischen, kapitalistischen und revisionistischen Kulturelemente. Die Mobilmachung gegen die traditionelle Kultur erfasste das ganze Schneeplateau. Das oberste Angriffsziel war der tibetische Buddhismus. Monche wurden zum weltlichen Leben gezwungen, Sutras wurden verbrannt, Kloster wurden niedergerissen... Gegen das beklagenswerte und dumme Verhalten war man nicht immun und beteiligte sich unwillkürlich an der Bewegung. Auger einigen wenigen Klostern, die wcgen ihres unschatzbaren Wefts auf ausdrticklichen Befehl unter den Schutz des Staates gestellt wurden, entkam keines der Zerstorung -welch ein Jammer!

 

In jenen Jahren befand man sich in einem irrationalen Zustand. Wenn man heute an die wilde Zeit denkt, kann man nur seufzen. Die Kulturrevolution lieβ die Entwicklung in Tibet ftir viele Jahre stagnieren. Sie verstieβ gegen die Anfang der 50er Jahre von der Zentralregierung festgelegte Politik und die richtigen Entwicklungsrichtlinien, beeintrachtigte die normale Entwicklung in allen Bereichen und schadete in groβem Ausmaβ dem System der regionalen Autonomie der NationalitS.ten. Ferner widersprach sie den objektiven Naturgesetzen und missachtete die Tatsache, dass in Tibet die Agrar- und Viehwirtschaft je die Halfte der Wirtschaftsstruktur ausmachten. Das Grasland wurde blindlings urbar gemacht und das Weideland bebaut. Das traditionelle Handwerk wurde for kapitalistisch gehalten und deshalb verboten, hingegen wurden einige industrielle Projekte ohne jegliche materielle Voraussetzungen zwanghaft durchgesetzt. Selbst als die Kulturrevolution zu Ende ging, konnten sich die Gedanken und das Verhalten der tibetischen Bevo1kerung immer noch nicht von diesen Einflüssen befreien. Um diese Situation zu andem, berief das Zentralkomitee der Kommunistiscben Partei einige Arbeitssitzungen zur Anderung des herrschenden Zustands in Tibet ein.



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